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Zu Besuch bei Hans Bellmann

Vor einer Woche war ich im Architekturforum in Zürich an der Publikations- und Ausstellungssoireé über den Protagonist Hans Bellmann. Aus Neuigier mehr über ein Stück Schweizer Wohn-Geschichte zu erfahren.

In der Ausstellung von DESIGN+DESIGN und MODULØR wurde ein Vortrag gehalten bei dem erzählt wurde, wie alles begann, seine Lebzeit sowie seine beruflichen Meilensteine.

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Biografie
Hans Bellmann (1911–1990) zählt zu den bedeutenden Protagonisten der Schweizer Wohnkultur und beeinflusste diese in den 1950er und 1960er Jahren massgeblich. Bellmann wurde durch sein Studium am Bauhaus in Dessau und Berlin geprägt. Sein Bauhaus-Diplom war eines der letzten, die Ludwig Mies van der Rohe und Ludwig Hilberseimer unterschrieben, bevor das Bauhaus geschlossen wurde. Nach seiner Mitarbeit bei Mies van der Rohe in Berlin kehrte Hans Bellmann 1934 in die Schweiz zurück, wo er bei den wichtigsten Architekturbüros seiner Zeit zu arbeiten begann. Darauf machte er sich selbständig und arbeitete für die Wohnbedarf AG, für die er einige bekannte Möbel entwarf. Der Schweizerische Werkbund honorierte diese Leistung mit einem Dutzend Auszeichnungen «Die Gute Form». Als freischaffender Architekt und Entwerfer entwickelte Bellmann Möbel, baute Einfamilienhäuser, richtete Möbelgeschäfte ein und entwarf Industrieprodukte. Ausserdem war er als Dozent unter anderem an der Kunstgewerbeschule Zürich, der Allgemeinen Gewerbeschule Basel und der Hochschule für Gestaltung in Ulm tätig. Hans Bellmanns eigenständiges und konsequentes Werk formuliert klar die Wünsche der Lebensentwürfe seiner Zeit.
Als erstes Projekt stellte der Architekt Yuho Nyberg das Haus am Greifensee vor. Das Erste architektonische Projekt von Hans Bellmann, welches in den 50er-Jahre umgesetzt wurde. Es wurde nicht viel typisches aus der damaligen Wohnvorstellung umgesetzt, nur schon von der Form des Hauses her. Auch die Aufteilung und Grössen der Wohnflächen ist einzigartig. So findet sich nur wenig Platz für die Kinder des Hauses, das Büro oder das Schlafzimmer. Diese befinden sich in der offenen Galerie auf einer Ebene. Wo man sich heute doch das Schlafzimmer als Rückzugsort mit einer Türe zum schliessen wünscht. Aber das Haus spricht bis heute für sich, denn es ist immer noch bewohnt und wurde nie rennoviert.

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Als nächstes wurden seine vielfältigen Möbelstücke vorgestellt, unter Anderen der innovative Ein-Punktstuhl. Dieser hält die Sitzschale und das Metalluntergestell mit nur einer Schraube zusammen. Durch die vier ausgeglichenen Stützpunkte ist der Stuhl standfest und perfekt ausblanciert. Aus dem ersten Prototyp entstanden viele abgewandelte Modell.

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In seinen weiteren Entwicklungen entstand der GA Stuhl. Dieser besteht aus zwei gleich grossen, eindimensionalen und verformten Sperholzelementen. Speziell daran: Die Beugung des Holzes so zu stabilisieren, dass die Spannung im Inneren nicht zum Bruch führt. Der GA Stuhl sowie auch der Einpunktstuhl wurden bei mehreren Wohnhäusern wie horgenglarus hergestellt und sind bis heute beliebte Designerstücke. 

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Habe ich euer Interesse geweckt, mehr über Hans Bellmann zu erfahren? Dann habt ihr bis zum 29. November 2015 die Möglichkeit im Architekturforum vorbeizuschauen. Oder ihr besucht  am  22. November 2015 das Sonntagsmatineé, dafür könnt ihr euch via E-Mail anmelden unter: info@designunddesign.ch. Es lohnt sich auf jeden Fall.

Das Buch über den Protagonist könnt ihr im Webshop von Scheidegger & Spiess erwerben.

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Bildrechte DESIGN&DESIGN

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«Eine Wohnung spiegelt den Bewohner wieder – also macht das Beste draus!» Als Grafikerin liebe ich das Spiel mit Farben und Formen, und schon als Kind verschob ich die Möbel bis zum perfekten Raumgefühl. Nun möchte ich meinen individuellen Geschmack, aber auch die neusten Trends und Angebote mit euch teilen. Denn wie im Leben, findet auch in meiner Wohnung eine stetige Entwicklung statt – ob nur bei der Dekoration, oder gar mit ganz neuen Möbeln. Am Ende zählt das Wohlbefinden in den eigenen vier Wänden – und zu dem möchte ich euch verhelfen. Eure Anja.

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